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Samstag, 19. Mai 2012

Berufsbild Industrielackierer/-in

Über unseren Beruf
Jeder Haushalt, jeder Betrieb verfügt über unzählige Gegenstände, die industriell lackiert worden sind. Für Funktion, Dauerhaftigkeit und Markterfolg dieser Produkte ist die professionelle Lackierung von entscheidender Bedeutung. Damit spielt der Beruf Industrielackierer / Industrielackiererin eine wichtige Rolle in unserem Wirtschaftssystem.

Da die Untergründe oft unattraktiv sowie gegen Korrosion, mechanische Beschädigungen oder Fäulnis anfällig sind (Blech, Holz , ja sogar Kunststoffe), müssen sie durch die richtigen Lackaufbauten verschönert und geschützt werden. Die meisten Produkte, ob als Betriebseinrichtung, Maschinen, Geräte oder Gegenstände des privaten Gebrauchs, lassen sich erst durch eine attraktive Farbgebung und eine lackierte Schutzschicht sinnvoll vermarkten.

Berufsbschreibung
Die industrielle Beschichtung von Gütern aller Art nimmt ständig an Bedeutung zu. Damit hat der Beruf Industrielackierer / Industrielackiererin in der heutigen Betriebswelt einen bedeutungsvollen Platz inne.

Oberflächen von Maschinen, Geräten und Gegenständen aller Art werden dabei durch das Auftragen geeigneter Farbmaterialien nicht nur verschönert, sondern auch gegen Wertminderungen durch äussere Einflüsse geschützt. Durch das Aufbringen von Schriften, Symbolen, Designelementen und Signeten lassen sich zusätzlich auch Informationen anbringen.

Je nach Untergrund ist eine Vorbehandlung nötig. Sie wird je nach Untergrund und nachfolgend aufgetragenem Beschichtungsmaterial ausgewählt. Was verstehen wir unter Vorbehandlung? Zum Egalisieren von Unebenheiten wird (ev. nach dem Spachteln) von Hand oder maschinell geschliffen. Das Waschen mit Entfettungslösungen oder das Sandstrahlen dient der Reinigung der Oberfläche. Je nach Farbauftrag kommen Haftvermittler zum Einsatz. Mit Abdeckmaterialien erzeugt man blanke Stellen. Meist durch Spritzen, manchmal aber auch durch Tauchen oder Streichen erfolgt der Farbauftrag. Viele Lacke werden auch eingebrannt. Dazu stehen spezielle Öfen bereit.

Der Beruf Industrielackierer / Industrielackiererin ist vielseitig und interessant. Durch gute Leistungen bietet er auch vielversprechende Perspektiven bezüglich Aufstieg und Verdienst. Als Arbeitsgerät kommt vorwiegend die Farbspritzpistole zum Einsatz. Der Maler wählt aus einer Vielzahl von Pinseln aus, beim industriellen Lackieren steht eine grosse Zahl von Verfahren, Geräten und Spritzpistolen zur Verfügung. Auch die Untergründe (Lackträger) und die zu verarbeitenden Lackmaterialien (Farben) unterscheiden sich wesentlich von denjenigen des Malers. Ähnlich wie beim Gewerbe des Autolackierers sind die Berufsleute der Industrielackierung an gut eingerichtete Werkstätten gebunden.

Berufsanforderung

  • Freude an handwerklicher Arbeit, praktische Begabung
  • Zuverlässigkeit im Umgang mit aufwendigen und teuren Produkten
  • Keine Allergien gegen Lösungsmiteel und andere Chemikalien (Pulverlacke, Netzmittel etc.)
  • Gesunde Atmungsorgane
  • Guter Geruchssinn
  • Keine Farbsehstörungen
  • Gutes Farbempfinden
  • Sinn für Ordnung und Sauberkeit
  • Kollegialität, Teamfähigkeit und Ausdauer

Aufnahmebedingungen

  • Abgeschlossene obligatorische Schule
  • Schnupperlehre (keine Pflicht, wird aber oft verlangt)

Berufsausbildung

  • Als Grundlage dient das eidgenössische Ausbildungsreglement 53300 (567 KB!)
  • Lehrzeit: 3 Jahre
  • Praktische Ausbildung im Lehrbetrieb anhand eines Modell-Lehrganges
  • Wöchentlich 1 Tag Berufsschule
  • Ergänzende obligatorische Einführungskurse

Die Ausbildung kann in allen Betrieben absolviert werden, die dem Berufsreglement entsprechen. Nach der bestandenen Lehrabschlussprüfung erhalten die Berufsleute das eidgenössische Fähigkeitzeugnis als Industrielackierer / Industrielackiererin.

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